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Freitag, 12. April 2013

Fliederchesdag 2013

Am Samstag, dem 20. April 2013, um 17:30 Uhr ist es wieder soweit, aber was ist eigentlich der "Fliederchesdag" und woher kommt dieser Brauch?

Der sogenannte "Fliederchesdag" wird seit Jahrhunderten am 3. Sonntag nach Ostern im Luxemburger Stadtviertel Pfaffenthal-Siechenhof begangen. An diesem Tag soll an die "Leproserie" (Leprakolonie) gedacht werden, welche 1228 im Siechengrund, vor der Festungsmauer, errichtet wurde und bis ca. 1770 existierte. Diese Station für Leprakranke wurde von der Stadt durch Einnahmen aus "feilgebuedenen" (verkauften) "Fliedercher" (Fladen) versorgt.

Traditionell findet am Samstag davor, in diesem Jahr am 20. April 2013, um 17:30 Uhr eine römisch-katholische Eucharistie-Feier statt, welche zugleich das Kirchweihfest der dortigen "Sichekapell" ist. Diese historische Friedhofskapelle, welche aus dem 13. und 15. Jahrhundert stammt, wird nur an diesem Tag für eine christliche Zeremonie genutzt. Die komplette Inneneinrichtung, bestehend aus Skulpturen, Mauerzeichnungen und verzierten Möbeln, erinnert an den bösartigen und damals unheilbaren Aussatz.

Seit einigen Jahrzehnten stiftet der organisierende Interesseveräin Pafendall-Sichenhaff  sogenannte "Éierefliedercher" (süße Ehrenfladen), welche nach dem Gottesdienst an die Besucher verteilt werden, damit dieser Brauch nicht in Vergessenheit gerät. Interessierte Leute, aber besonders die Einwohner vom Stadtviertel sind alljährlich dazu eingeladen.

Übrigens: Im Trierer Stadtviertel Biewer gibt es das ehemalige Leprasorium St. Jost, das neben einer Kapelle mit Friedhof auch aus dem "Siechenhaus" mit "Siechenhütte" besteht. Diese Anlage wurde im Jahr 1283 erstmals erwähnt und größtenteils durch Almosen finanziert, welche am dortigen Bildstock abgelegt und vom Stadtteil Pallien aus gebracht wurden. (TiMue87)

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