Der sogenannte "Fliederchesdag" wird seit
Jahrhunderten am 3. Sonntag nach Ostern im Luxemburger Stadtviertel
Pfaffenthal-Siechenhof begangen. An diesem Tag soll an die "Leproserie"
(Leprakolonie) gedacht werden, welche 1228 im Siechengrund, vor der Festungsmauer,
errichtet wurde und bis ca. 1770 existierte. Diese Station für Leprakranke
wurde von der Stadt durch Einnahmen aus "feilgebuedenen" (verkauften)
"Fliedercher" (Fladen) versorgt.
Traditionell findet am Samstag davor, in diesem Jahr am 20.
April 2013, um 17:30 Uhr eine römisch-katholische Eucharistie-Feier statt,
welche zugleich das Kirchweihfest der dortigen "Sichekapell" ist. Diese
historische Friedhofskapelle, welche aus dem 13. und 15. Jahrhundert stammt,
wird nur an diesem Tag für eine christliche Zeremonie genutzt. Die komplette
Inneneinrichtung, bestehend aus Skulpturen, Mauerzeichnungen und verzierten
Möbeln, erinnert an den bösartigen und damals unheilbaren Aussatz.
Seit einigen Jahrzehnten stiftet der organisierende Interesseveräin Pafendall-Sichenhaff sogenannte "Éierefliedercher" (süße
Ehrenfladen), welche nach dem Gottesdienst an die Besucher verteilt werden,
damit dieser Brauch nicht in Vergessenheit gerät. Interessierte Leute, aber
besonders die Einwohner vom Stadtviertel sind alljährlich dazu eingeladen.
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