Die meisten Schüler, die sich an den Aktionen gegen die Schulreform beteiligen, so meine Wahrnehmung, sind nicht zwingend gegen eine Reform, sondern nur gegen diese Art der Reform.
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Die meisten sind überhaupt nicht zwingend, so meine Eindruck, gegen eine Reform, sondern nur gegen die vergeschlagene und wollen deswegen Ihren Verbesserungsvorschlägen Gehör verschaffen.
Die Mehrheit möchte vor allem, dass das Schulsystem frei bliebt, bzw. dass die Schüler noch mehr und nicht weniger Auswahl haben und auch in den höheren Klassen unliebe Fächer weiterhin abwählen können; ähnlich wie dies in den erfolgreichen Schulsystemen im Ausland der Fall ist.
Des weiteren stört viele, dass das wahre Problem unseres Schulsystems nicht wahrgenommen wird und fremdsprachenunbegabte Schüler nach wie vor massiv durch das vorhandene Sprachenchaos benachteiligt werden und es nicht sein kann, dass die luxemburgisch-deutsche Diglossie (die Fächer Luxemburgisch und Deutsch) viel zu kurz kommt und in einem mangelhaftem Niveau unterrichtet wird. Dies bestätigt sich auch darin, dass sich vor allem einheimische Schüler bei der Demonstration beteiligt haben, welche sich die 2. Hauptsprache wegwünschen und eine Aufwertung des Englischen und eine Abwertung des Französischen als Fremdsprache fordern. In ihren Augen kann es nicht sein, dass der Pisa-Test und zahlreiche Fächer (wie z.B. Mathematik) in einer Fremdsprache stattfinden und man dadurch die zahlreichen fremdsprachenunbegabten Schüler diskriminiert. So sollen ja, laut Ministerin Mady Delvaux-Stehres, solche "schwachen" Schüler die 5. Klasse in zwei Schuljahren machen, anstatt diese zu wiederholen; eine tolle Logik, die wohl nur dazu da ist, um die Statistik schön zu schreiben. Auch die Tatsache, dass die Fächer ausländische Namen tragen, kommt bei vielen nicht besonders gut an und kann eine gelingende Integration kaum fördern.
Den einen für die germanophonen Schüler auf Luxemburgisch mit deutschsprachigen Büchern, in dem die Fächer Luxemburgisch und Heimatkunde, ein Fach in dem lokalen Persönlichkeiten und die nationale Kultur durchgenommen wird, unterrichtet würden. Hier könnte dann auch das Deutsch-Niveau endlich an das Ausland angeglichen werden und die Schüler könnten zwischen einem leichteren Französisch und der Weltsprache Englisch als 1. Fremdsprache wählen.
Der andere Schultyp wäre dann für die Schüler mit einem franco-/romanophonen Hintergrund, welche dann in der Sprache Französisch unterrichtet würden und welche man dann behutsam an die luxemburgische Sprache und Kultur heranführen könnte. Diese hätten dann z.B. die luxemburgisch-deutsche Diglossie als 1. Fremdsprachen-Kombination und könnten später dann noch Englisch oder Portugiesisch als 2. dazuwählen. Zu diesem Vorschlag meinte die Bildungsministerin, dass so etwas schon öfters in der Diskussion war, aber zahlreiche francophile Politiker und akademische Lehrkräfte da prinzipiell immer dagegen wären und so wundert es auch niemanden, dass besonders die Vereinigung der Luxemburger Französisch-Lehrer gegen jegliche Form der Veränderung ist.
Wenn die Ministerin zudem möchte, dass die Mehrheit der Schüler die abituerielle "Première" macht, dann sollte sie auch den Rahmen dafür schaffen, dass nicht gleich jeder dieser Absolventen studieren muss, sondern daraufhin ebenso direkt und leicht eine Berufsausbildung anfangen oder eine weiterführende Fachhochschule besuchen kann; so wie dies ebenfalls im erfolgreichen Ausland der Fall ist. Ausserdem, sollte den Schülern endlich genauso ein 2. und 3. Bildungsweg zur Verfügung stehen, damit auch ein guter Schüler z.B. aus der Schulrichtung "Pratique" die Möglichkeit hat die "Première" zu machen. Die steigenden Arbeitslosen-Zahlen bei Jugendlichen hierzulande, welche einen Ausbildungsplatz suchen, beunruhigen zusätzlich die angespannte Situation und verheißen nichts Gutes.
Wenn es wieder nur ein Gedoktore, wie in den letzten Jahren, anstatt eine grundlegende Reform, geben wird, können die Verantwortlichen sicher sein, dass die Schüler da nicht mehr mitziehen werden. Wie ein Schüler beim ersten Treffen gut zur Ministerin sagte: "Wir wollen keine Reformen mehr, wir wollen eine Revolution!"
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Doch man merkt neuerdings leider zunehmend, dass die Ministerin den angekündigten Dialog nicht sonderlich ernst nimmt und nur vortäuscht, jetzt könnten alle mitarbeiten und diskutieren; in Wirklichkeit versucht sie nach wie vor nur ihr Programm durchzudrücken. Zudem, diskriminiert sie mal wieder die fremdsprachenunbegabten Schüler, indem die offizielle Internet-Seite von der Regierung über die Schulreform ( www.ReformeLycee.lu ) nur in Fachausdrücken in der Fremdsprache Französisch zur Verfügung steht; ein trauriges Armutszeugnis!
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Doch man merkt neuerdings leider zunehmend, dass die Ministerin den angekündigten Dialog nicht sonderlich ernst nimmt und nur vortäuscht, jetzt könnten alle mitarbeiten und diskutieren; in Wirklichkeit versucht sie nach wie vor nur ihr Programm durchzudrücken. Zudem, diskriminiert sie mal wieder die fremdsprachenunbegabten Schüler, indem die offizielle Internet-Seite von der Regierung über die Schulreform ( www.ReformeLycee.lu ) nur in Fachausdrücken in der Fremdsprache Französisch zur Verfügung steht; ein trauriges Armutszeugnis!
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Am Montag, dem 19. Dezember 2011, fand deswegen um 15:00 Uhr auf dem Knuedler eine weitere Demonstration statt. "4 tolle Facebook-Initiativen = 1 große Prostet-Aktion: Schüler, Proffe an Eltere GÉINT d'Schoulreform, Bildungsstreik Lëtzebuerg, D'Regierung beduckst d'Jugend ëm hier Zukunft und ALL DÉI GÉINT DÉI NEI SCHOULREFORM SIN!" Von den bei Facebook ursprünglich fest zugesicherten 357 Teilnehmern kamen jedoch letztendlich nur 11 Leute. Man muss traurigerweise leider dazu sagen, dass diese Aktion im Vorfeld jedoch von suspekten Kräften, die mit der Ministerin in engem Kontakt zu stehen scheinen, wohl am links-extremen Rand des Politik-Spektrums anzusiedeln sind und wirre Verknüpfungen anstellen, schlecht gemacht wurde, indem diese eine lächerliche Gegen-Demonstration groß ankündigten; in Wahrheit kam jedoch keiner dieser Feiglinge. (TiMue87)
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